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In der Telekratie bestehen
Beiträge

Nur telegene Promis werden ein Publikumsliebling
von Otto Gantert
Denkfabrik Gantert + Kollegen Berlin

Diese wenigen Beispiele zeigen, worauf es ankommt. Um von den Medien positiv wahrgenommen zu werden muss man von Natur aus telegen sein oder zumindest telegen in Szene gesetzt werden. Eichel holte sich einen qualifizierten Imageberater. Er entwickelte sich prompt zum Star im Kabinett Schröder und wurde bekannt als ”Hans Dampf in allen Kassen”. Sein Sparkurs gab Orientierung in der Koalition. Danach tat Eichel nichts mehr für sein Image, das Ergebnis war negativ sichtbar. Medienmannes Clement hatte mit seiner Publikumswirksamkeit nie Probleme. In der Realität der Alltagspolitik angekommen, ging es bergab. Hans-Jochen Vogel, der zu keinem Zeitpunkt etwas für sein Image tat und dies auch nicht wollte ist in der Versenkung verschwunden. Angela Merkel hat der Partei- und Fraktionsvorsitz der CDU jeweils im Handstreich genommen. Dies zeigt zwar politisches Talent und ein Hang zur brutalen Rücksichtslosigkeit, doch sie hätte keine große Karriere in der CDU gemacht, wenn ihre parteiinternen Gegner rechtzeitig gegengesteuert hätten. Gegen den "Anden-Pakt" wäre sie chancenlos. Doch die eitlen Pfauen sind sich sich nicht einig, das war die Chance der Angela Merkel. Jetzt ist sie Kanzlerin, zwar immer noch so ungelenk wie je zuvor, aber Macht macht sexy.

Bei Kanzler Schröder lief die PR-Maschinerie 1998 und 2002 professionell. Er erlaubte sich zwar einige Patzer, doch am Ende eines Wahlkampfes zählen nur die Stimmen. Merkel und Stoiber hatten den PR-Strategen der SPD nur wenig entgegenzusetzen. Im Gegenteil: Die CDU wurde immer wieder ”kalt erwischt” und hatte nie die richtigen Antworten auf die kluge PR der SPD. 2005 wurden die Karten neu gemischt. Der Neuwahl-Coup Schröders führte nicht zum gewünschten Erfolg. Jetzt hat Deutschland eine große Koalition, doch ein Tatendrang ist nicht zu erkennen. Das Kabinett ist einfach nur da. Merkel ist eine Kanzlerin, die auf der Stelle tritt. Bewegung wird nur vorgetäuscht. Einen "Merkel-Aufschwung" gibt es nicht, die Regierungs-PR funktioniert nicht, die langweiligen Verkäufer der Politik (Profalla & Co.) geben nur Sprechblasen von sich.

Politische PR ist Bestandteil der “Telekratie”. Sie hat nichts mit konzeptionslosem Klamauk zu tun. PR ist eine Wissenschaft und gehört in die Hände von Spezialisten, denn das Image von Politikern entsteht fast ausschließlich im Fernsehen. Wer die falschen Berater hat, läuft gegen die Wand - Beispiel: Rudolf Scharping.

Im Wahlkampf 2002 hatte die Wahlkampfkonzeption der CDU keinen ”roten Faden”. Es fehlte eine ”frohe Botschaft” und es fehlten vor allem Sympathieträger. Angela Merkel konnte nicht überzeugen. Sie ist PR-resistent, nicht kameratauglich. Man hatte sich auf die fragwürdigen Siegprognosen des Allensbach - Institutes verlassen und glaubte - von vermeintlicher Größe betäubt - auf konkrete Programme oder Sympathie verzichten zu können und sah sich schon in der Regierung. Die theoretischen Ministerposten waren zwischen CDU und FDP schon lange vor dem Wahltag verteilt. Ein böses Erwachen war die Folge. Auch die FDP-Führer machten sich die Wahlanalyse viel zu bequem. Jürgen Möllemann wurde schnell als Alleinschuldiger am Wahldebakel der Liberalen ausgerufen bis hin zur Fragestellung: ”Ist Möllemann noch normal?” Die FDP-Führung stahl sich aus der Verantwortung. Den wirklichen Grund für das enttäuschende Wahlergebnis diskutierte man erst gar nicht ernsthaft: Eine konfuse PR-Strategie. Weil 2005 keine Partei überzeugen konnte, war eine Große Koalition die Notlösung.

Im Showgeschäft ist das ebenso. Wer heute auf einer Erfolgswelle schwimmt, kann morgen ”absaufen”. Showstars erfahren immer wieder, dass das Publikum sich quasi über Nacht von ihnen abwendet, weil sie sich an ihnen satt gesehen oder gehört haben und sie nur noch ”ätzend” finden. Als Folge sinkt die Quote und danach sinkt der Marktwert. Es folgt dann die Erkenntnis: “Der Lack ist ab.” Deshalb engagieren immer mehr ”Stars” einen Imageberater, denn für sie ist es besonders wichtig, in der ”Telekratie” bestehen zu können. Die Liste der Positiv- und Negativbeispiele ist lang. Wer keinen qualifizierten Imageberater hat gehört meist zu den Verlierern.

Trend- und Imageberatung, PR, Politik- und Wahlkampfberatung ist ein Job für Spezialisten. Eine gute Adresse für solche Aufgaben ist seit über 15 Jahren die Berliner Denkfabrik Gantert + Kollegen (www.gantert.net).         

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